4 Wochen später. Ankommen.

PRAXISGRÜNDUNG & EINBLICKE

Verena Schönke

1/30/20262 min lesen

4 Wochen später. Ankommen.

Vier Wochen sind vergangen,
seit sich diese Türen zum ersten Mal geöffnet haben.

Seit Schritte durch die Flure gehen.
Seit Stimmen die Räume füllen.
Seit aus Vorbereitung Alltag geworden ist.

Und erst jetzt merke ich,
wie sehr sich etwas verändert hat.

Nicht laut.
Nicht plötzlich.
Sondern leise.

Die Räume leben

Viele Patienten waren schon da.
Manche vorsichtig.
Manche erleichtert.
Manche einfach froh,
endlich angekommen zu sein.

Das Wartezimmer ist nicht mehr still.
Die Rezeption nicht mehr Idee,
sondern Begegnung.

Es fühlt sich gut an.
Und echt.

Fast alles fertig

Fast alles ist jetzt bereit.

Der Ergotherapie-Raum von Julia ist fertig.
Mein eigener Therapieraum auch.

Zwei Räume,
in denen gearbeitet, begleitet, gehalten wird.

Ein Raum wartet noch

Ein Raum wartet noch.
Der Ergotherapie-Raum von Karla.

Nicht aus Nachlässigkeit.
Sondern weil sich Pläne manchmal verschieben.

Der ursprünglich engagierte Handwerker
ist bis heute nicht mehr erreichbar.

Doch am vergangenen Wochenende
ist ein anderer eingesprungen.
Sobald er Zeit hatte.

Innerhalb eines Tages
hat er die fehlende Wand
inklusive Türrahmen errichtet.

Und plötzlich
waren auch die hinteren Räume erreichbar.
Der gesamte Flur offen.
Für alle.

Das hat viel gelöst.
Nicht alles.
Aber Entscheidendes.

Der Raum selbst darf noch warten.
Es fehlt noch die Tapete.
Die Farbe.
Die Möbel.

Und all das soll mit Bedacht geschehen.
So,
dass Karla
und ihre Patienten
sich dort wirklich wohlfühlen können.

Nicht vergessen.
Nur im Entstehen.

Viele Rollen gleichzeitig

Manchmal fühlt es sich an,
als würde ich hundert Rollen gleichzeitig tragen.

Darauf zu achten,
dass meine Therapeutinnen
gut und sicher ankommen.

Die Rezeption zu unterstützen,
Termine zu ordnen,
Fragen aufzufangen,
Abläufe zu halten.

Meine eigenen Therapien.

Und all das,
was ungeplant dazwischenfällt
und keinen Platz im Kalender braucht.

Und ja –
ich bin auch noch Mama.

Es ist viel.
Manchmal schwer.

Aber es ist nicht leer.

Ich weiß, wofür ich das tue.
Für diesen Ort.
Für die Menschen, die ihn füllen.
Für dieses leise Gefühl,
dass hier etwas wächst.

Und dass es richtig ist.
Auch wenn es anstrengend ist.

Getragen von euch

Was mich in diesen ersten Wochen besonders berührt hat,
war die Resonanz.

Die vielen Glückwünsche.
Die lieben Worte.
Die kleinen Geschenke,
die einfach so mitgebracht wurden.

Ich hatte damit nicht gerechnet.
Und vielleicht hat es mich gerade deshalb
so überwältigt.

Zu spüren,
dass dieser Ort angenommen wird.
Dass Menschen sich mitfreuen.
Mitgehen.

Dafür bin ich sehr dankbar.
Von Herzen.

Gemeinsam weiter

Und dann ist da mein Team.

Mit ihnen zu arbeiten
fühlt sich nicht nur gut an –
es fühlt sich richtig an.

Echter interdisziplinärer Austausch.
Nicht nebeneinander.
Nicht auf dem Papier.
Sondern im Alltag.

Zwei Disziplinen.
Eine Richtung.

Ergotherapie und Logopädie
ergänzen sich wunderbar.
Viele unserer Patienten
nutzen beides.

Und genau darin liegt etwas Besonderes:
der fachliche Austausch,
das gemeinsame Nachdenken,
das Weitergeben von Perspektiven.

Das ist nicht mit Geld zu bezahlen.

Ich bin tief beeindruckt,
wie engagiert alle sind.
Wie sehr sie ihre Profession lieben.
Wie selbstverständlich sie Verantwortung übernehmen
und Haltung zeigen.

Zu wissen,
dass wir diesen Weg
nicht nebeneinander,
sondern miteinander gehen,
nimmt Druck
und gibt Halt.

Das fühlt sich nach Anfang an.
Nach einem,
der bleiben darf.

Leises Ankommen

Ich merke,
dass ich langsamer werde.

Nicht weniger engagiert.
Sondern bewusster.

Dass nicht alles gleichzeitig fertig sein muss,
damit es gut sein darf.

Und diesmal ist da auch ein kleines Aufatmen.

Nicht, weil alles abgeschlossen ist.
Sondern weil es zugänglich geworden ist.

Vielleicht gehört genau das
zu diesem Ankommen:

Dass nicht alles gleichzeitig fertig wird.
Aber Schritt für Schritt
stimmig.

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🎧 Dieses Lied lief beim Schreiben:
Answer: Love Myself – BTS

Über Verantwortung,
Über Selbstannahme.
Über das Weitergehen

ohne sich zu verlieren.