LoMo "Frühkindliche Reflexe & neuromotorische Reife"
FORTBILDUNGEN
Verena Schönke
1/27/20262 min lesen


LoMo: Frühkindliche Reflexe & neuromotorische Reife
Warum Bewegung, Haltung und Sprache so eng zusammengehören
Gestern durfte ich erneut als Seminarbetreuerin beim LOGUAN-LoMo dabei sein – und wie so oft war es ein Thema, das tief geht und lange nachwirkt:
frühkindliche Reflexe und ihre Bedeutung für die Sprachentwicklung.
Frühkindliche Reflexe begleiten uns von Beginn an. Sie entstehen bereits vor der Geburt, sichern unser Überleben, unterstützen den Geburtsvorgang und legen das Fundament für Motorik, Wahrnehmung und spätere gezielte Bewegungen. Im Idealfall werden sie im Laufe der ersten Lebensmonate gehemmt und in reifere Bewegungsmuster integriert. Genau hier beginnt es spannend zu werden.
Wenn Reflexe bleiben
Bleiben einzelne Reflexe über ihren eigentlichen Entwicklungszeitraum hinaus aktiv, kann das das gesamte System irritieren. Bewegung kostet dann mehr Kraft, Aufmerksamkeit wird gebunden, Koordination und Haltung sind instabil. Das zeigt sich nicht nur motorisch, sondern oft auch im Verhalten, in der Konzentration – und sehr häufig in der Sprach- und Lernentwicklung.
Besonders eindrücklich ist immer wieder zu sehen, wie stark die Zusammenhänge sind:
zwischen Gleichgewicht und Aufmerksamkeit
zwischen Körperkontrolle und Blicksteuerung
zwischen neuromotorischer Reife und sprachlichem Ausdruck
Kinder, die „nicht zur Ruhe kommen“, schnell überreizt sind oder sich stark anstrengen müssen, um still zu sitzen, tun das nicht aus Unwillen. Ihr Nervensystem arbeitet oft auf Hochtouren.
Sprache braucht Stabilität
Sprache entwickelt sich nicht isoliert. Sie braucht eine stabile Körperbasis, gut abgestimmte Wahrnehmungssysteme und ausreichend freie Kapazitäten im Gehirn. Wenn frühe Reflexmuster noch „mitlaufen“, fehlt genau diese Freiheit – und Sprache wird anstrengender, als sie sein sollte.
Studien zeigen, dass Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen oder Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten häufiger ausgeprägte Restreaktionen zeigen. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass sich sprachliche Leistungen verbessern können, wenn neuromotorische Grundlagen gezielt unterstützt werden.
Ein Blick in die Praxis
Im LoMo wurde einmal mehr deutlich: Reflexintegration ist kein isoliertes Verfahren, sondern Teil eines ganzheitlichen Blicks auf Entwicklung. Beobachtung, Diagnostik, Bewegung, Wiederholung – und vor allem Zeit. Zeit, dem Nervensystem neue, reifere Erfahrungen zu ermöglichen.
Für mich persönlich sind diese Inhalte immer wieder eine wertvolle Erinnerung daran, Kinder nicht nur sprachlich zu betrachten, sondern sie als Ganzes zu sehen: in Bewegung, in Regulation, in ihrem individuellen Entwicklungstempo.
Genau deshalb ist die enge Zusammenarbeit von Logopädie und Ergotherapie ein zentraler Bestandteil unserer Praxisphilosophie. Wenn beide Disziplinen verzahnt arbeiten, können Entwicklungsprozesse umfassender verstanden und gezielter begleitet werden. Fortschritte entstehen dann nicht isoliert, sondern aufeinander aufbauend – im Körper, in der Wahrnehmung und in der Sprache.
Um diese gemeinsame fachliche Basis kontinuierlich zu stärken, werden wir die Inhalte auch im Team weiter vertiefen. Geplant ist eine interne Fortbildung im nächsten Teammeeting, mit dem Ziel, Wissen zu teilen, Perspektiven zu verbinden und unsere therapeutische Qualität langfristig weiterzuentwickeln.
💛 Danke an LOGUAN
Ein herzliches Dankeschön an LOGUAN für diese fundierten, praxisnahen Fortbildungen und für das Vertrauen, mich immer wieder als Seminarbetreuerin einzubinden. Der fachliche Austausch, die Tiefe der Inhalte und die wertschätzende Atmosphäre machen jedes LoMo zu etwas Besonderem.
Am Ende dieses Tages ging ich müde, aber sehr inspiriert nach Hause – mit vielen Gedanken, die sicher noch lange nachwirken werden.
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SCHÖNKE Therapie
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