LoMo: Rechenschwäche – kein Thema für die Logopädie?

FORTBILDUNGEN

10/22/20262 min lesen

Beim LoMo „Rechenschwäche: Kein Thema für die Logopädie?“ durfte ich wieder als Seminarbetreuerin dabei sein. Ich freue mich jedes Mal über diese besondere Verbindung: den fachlichen Austausch zu begleiten und selbst neue Impulse mitzunehmen. Vielen Dank an LOGUAN für die Möglichkeit und den wertvollen Rahmen! 💜

Das Thema hat bei mir eine wichtige Frage angestoßen: Wo berühren sich Sprache und mathematisches Lernen – und wo liegen zugleich die Grenzen unserer logopädischen Arbeit?

Zahlen brauchen Bedeutung

Beim Blick auf Zahlen denken wir schnell an Rechenzeichen und Ergebnisse. Für Kinder beginnt der Weg dorthin jedoch viel früher: Sie lernen Zahlwörter, Mengen und Zahlbeziehungen kennen. Sie entdecken, dass Zahlen eine Reihenfolge haben, für eine bestimmte Anzahl stehen und zueinander in Beziehung gesetzt werden können.

Dabei wird deutlich, wie wichtig Sprache für das Verstehen ist. Was bedeutet „mehr“? Was heißt „größer“? Und worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen einer Zahl und der Menge, für die sie steht? Solche Fragen zeigen, dass mathematische Begriffe für Kinder verständlich und mit konkreten Vorstellungen verknüpft sein müssen.

Mit einem anderen Blick zuhören

Als Logopädin diagnostiziere oder behandle ich keine Rechenschwäche. Das LoMo hat meinen Blick aber dafür geschärft, wie eng sprachliches Verstehen und mathematisches Lernen im Alltag miteinander verbunden sein können. Wenn ein Kind mit Mengen, Zahlwörtern oder Aufträgen ringt, lohnt es sich, genau hinzuhören und hinzuschauen – ohne vorschnell eine Ursache festzulegen.

Denn Schwierigkeiten können viele Gründe haben. Umso wichtiger ist es, Beobachtungen gemeinsam einzuordnen und die passende Unterstützung zu finden. Dazu braucht es den Austausch mit Eltern, pädagogischen Fachkräften, Lehrkräften und den jeweils zuständigen therapeutischen oder diagnostischen Fachpersonen.

Gemeinsam weiterdenken

Für meine Praxis nehme ich aus dem LoMo vor allem eine Haltung mit: Kinder ganzheitlich betrachten und Fachgrenzen nicht mit Denkgrenzen verwechseln. In der Zusammenarbeit mit der Ergotherapie und anderen Bezugspersonen können unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. So entstehen neue Fragen – und manchmal auch kleine, hilfreiche nächste Schritte.

Es geht nicht darum, aus jeder Unsicherheit ein Problem zu machen. Es geht darum, die Lernwege eines Kindes besser zu verstehen und rechtzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein LoMo, das meinen Blick geweitet hat – und mich daran erinnert, wie viel entsteht, wenn wir gemeinsam weiterdenken. Danke an LOGUAN und an alle, die diesen fachlichen Austausch möglich machen. 💜

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