LoMo "Teletherapie in der Logopädie"

FORTBILDUNGEN

Verena Schönke

12/9/20252 min lesen

Teletherapie in der Logopädie – ein modernes Format mit klaren Möglichkeiten

Teletherapie gehört mittlerweile selbstverständlich zum therapeutischen Alltag.
Sie ergänzt Präsenzbehandlungen, schafft Flexibilität und ermöglicht Versorgung dort, wo äußere Umstände den Weg in die Praxis erschweren. Dabei geht es nicht darum, klassische Therapie zu ersetzen – sondern verantwortungsvoll zu erweitern.

Ein Seminarabend, der Orientierung gibt

Gestern durfte ich wieder als Seminarbetreuerin bei LOGUAN dabei sein – und inzwischen fühlt es sich fast wie ein zweites Zuhause an.
Vielleicht, weil diese gemeinsamen Abende schon so vertraut geworden sind.
Vielleicht, weil LOGUAN einfach ein Ort ist, an dem Fachlichkeit und Herzlichkeit selbstverständlich zusammenfinden.
Der Seminarabend wurde von Sascha Inderwisch (M.A.) geleitet, der Teletherapie verständlich, realistisch und mit hoher fachlicher Präzision vermittelt.

Teletherapie erfordert klare Rahmenbedingungen, sorgfältige Vorbereitung und ein Setting, das Aufmerksamkeit und Konzentration ermöglicht. Der Austausch darüber tut gut – auch, um die eigene therapeutische Haltung immer wieder zu schärfen.

Was Teletherapie leisten kann

Teletherapie kann in vielen Bereichen der Logopädie sinnvoll eingesetzt werden.
Studien zeigen, dass sich für zahlreiche Störungsbilder Ergebnisse erzielen lassen, die mit Präsenztherapie vergleichbar sind.
Dazu gehören u. a.:

  • Sprachentwicklungsstörungen

  • Stimmtherapie

  • Aphasietherapie

  • bestimmte Bereiche der Stottertherapie

Wichtig ist jedoch eine individuelle Einschätzung:
Nicht jede Situation eignet sich für digitale Therapie. Besonders bei sehr jungen Kindern, komplexen Befunden oder erforderlichen manuellen Hilfestellungen bleibt Präsenz unverzichtbar.

Wie Teletherapie praktisch umgesetzt wird

Eine wirksame Teletherapie braucht:

  • stabile Internetverbindung

  • geeignete Endgeräte (Laptop, Tablet, Kamera, Mikrofon)

  • ein ruhiges Umfeld

  • klare therapeutische Strukturen

  • gut aufbereitetes Material für den Bildschirm

Über Bildschirmteilung lassen sich zahlreiche Übungen sinnvoll umsetzen:
digitale Bildkarten, auditive Differenzierungsaufgaben, Mundmotorik-Anleitungen, kleine Spielsequenzen oder strukturierte Einheiten in der Stottermodifikation. Auch Transfersituationen – etwa Telefonübungen – können gut begleitet werden.

Warum Teletherapie bleibt

Teletherapie ist längst mehr als eine Übergangslösung.
Sie ist ein etabliertes, evidenzbasiertes Behandlungsformat, das viele Patienten erreicht, die sonst keine Möglichkeit hätten, regelmäßig eine logopädische Praxis aufzusuchen.

Für mich bleibt Teletherapie eine wertvolle Ergänzung zur Präsenztherapie –
ein Angebot, das mit fachlicher Sorgfalt geplant werden muss und unter den richtigen Bedingungen sehr gute Ergebnisse erreichen kann.

Ein Gedanke zum Schluss

Therapie bedeutet: sehen, begleiten, Wege öffnen.
Ob im Praxisraum oder über den Bildschirm – entscheidend bleibt die Verbindung, die entsteht.

Teletherapie macht genau das möglich.
Unaufgeregt. Wirksam. Nah.