Symposium Dysarthrie – meine Eindrücke
MESSEN & VERANSTALTUNGEN
Verena Schönke
5/4/20263 min lesen


Dysarthrie verstehen –
Therapie neu denken
Ein Blick hinter die Kulissen eines besonderen Symposiums
Manchmal sind es diese Tage, die einen daran erinnern, warum man diesen Beruf gewählt hat.
Am 04. Mai durfte ich als Seminarbetreuerin gemeinsam mit zwei Kolleginnen Teil des Dysarthrie-Symposiums von Loguan sein – ein interdisziplinärer Fachtag, der genau das geschafft hat, was im Alltag oft zu kurz kommt:
Raum für echtes Verstehen.
Ein herzliches Dankeschön gilt LOGUAN für die Organisation dieses vielfältigen Symposiums und die Möglichkeit, als Seminarbetreuerin mitzuwirken.
Ich freue mich schon sehr auf das Symposium Dysphagie im nächsten Jahr am 23.09.2027, das ich erneut betreuen werde.


Zwischen Theorie und gelebter Praxis
Schon der Einstieg machte deutlich, worum es hier wirklich ging:
Nicht nur um Diagnosen.
Nicht nur um Methoden.
Sondern um Menschen.
Die Vorträge spannten einen weiten Bogen – von neurologischen Grundlagen über differenzierte Diagnostik bis hin zu konkreten Therapieansätzen. Und immer wieder wurde klar:
👉 Dysarthrie ist vielschichtig.
👉 Und Therapie bedeutet, genau hinzuschauen.
Einblicke in die Vorträge
Den Auftakt gestalteten Dr. Anja Staiger und Dr. Theresa Schölderle mit einem umfassenden Update zum therapeutischen Management der Dysarthrie. Sie zeigten eindrücklich, wie wichtig es ist, pathophysiologische Grundlagen und psychosoziale Aspekte gemeinsam zu denken – und Therapie nicht isoliert, sondern im Lebenskontext der Patienten zu betrachten.
Im Anschluss gaben sie vertiefte Einblicke in die Bogenhausener Dysarthrieskalen, die eine differenzierte Diagnostik ermöglichen und eine fundierte Basis für Therapieentscheidungen schaffen – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.
Dr. Theodoros Ladopoulos beleuchtete chronisch-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems und deren Auswirkungen auf die Sprechmotorik. Besonders spannend war hier die Verbindung zwischen neurologischen Krankheitsbildern und den daraus resultierenden dysarthrischen Symptomen im therapeutischen Alltag.
Am Nachmittag stellte Dr. Vibeke Masoud die Gruppentherapie bei Dysarthrie in den Fokus. Dabei wurde deutlich, dass Therapie weit über funktionelle Übungen hinausgeht: Teilhabe, Interaktion und kommunikative Selbstwirksamkeit spielen eine zentrale Rolle – Aspekte, die gerade im Gruppensetting besonders erfahrbar werden.
Ein persönliches Highlight war der Vortrag von Thomas Brauer zur Dysarthrie bei Parkinson und der Einsatz von LSVT LOUD als evidenzbasierte, aktivierende Therapiemethode. Ein Ansatz, den ich selbst in der Praxis anwende – und dessen Intensität und Wirksamkeit sich auch im Alltag immer wieder bestätigen.
Den Abschluss bildeten Daniel Borgert, der zeigte, wie musikalische Elemente gezielt in der Dysarthrie-Therapie eingesetzt werden können, sowie Ann-Kathrin Schäfer, die den oft unterschätzten Einfluss von Zahnersatz auf Artikulation und Verständlichkeit beleuchtete – ein Thema mit hoher praktischer Relevanz.
Was bleibt
Zwischen all diesen Impulsen zog sich ein roter Faden durch den Tag:
Wie schaffen wir Verständlichkeit – im echten Leben?
Es geht nicht nur um Lautbildung.
Nicht nur um Stimme.
Sondern um Kommunikation als Teilhabe.
Zwischen den Rollen
Als Seminarbetreuerin bewegt man sich ein bisschen zwischen den Welten:
Man organisiert, begleitet, ist ansprechbar –
und gleichzeitig hört man zu, nimmt auf, reflektiert.
Vielleicht sogar intensiver als sonst.
Weil man die Inhalte immer wieder mit dem eigenen Praxisalltag verknüpft.
Mit eigenen Patienten.
Mit eigenen Erfahrungen.
Warum solche Tage wichtig sind
Im Praxisalltag geht vieles schnell.
Termine, Verordnungen, Berichte.
Fortbildungen wie diese schaffen etwas anderes:
Sie holen uns raus aus dem „Abarbeiten“
und zurück ins Reflektieren.
Und jetzt?
Ich nehme viel mit.
Für meine Arbeit.
Für meine Patienten.
Und auch für unsere Praxis.
Vielleicht nicht als große Veränderung –
sondern eher als leises Nachjustieren.
Und irgendwie bleibt dieses Gefühl:
Es lohnt sich, immer wieder stehen zu bleiben –
um danach umso klarer weitergehen zu können.
Ein genaueres Hinschauen.
Ein bewussteres Entscheiden.
Ein noch klarerer Blick auf das, was zählt:
Verständlichkeit. Teilhabe. Lebensqualität.
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